Mit der Drohne nach Island – Ein Selbstversuch Teil 1

von Christian Rose

· 3 min Lesezeit

Tosende Wasserfälle, bizarre Lavafelder, blubbernde Schwefelquellen, aufbrausende Geysire, nebelverhangene Fjorde, atemberaubende Gletscherfelder. All das und noch mehr hat Island, die größte Vulkaninsel der Welt, mitten im Atlantik südöstlich von Grönland gelegen, zu bieten.

Sicherlich könnte ich jetzt auf interessante Details wie die Entdeckung Amerikas durch den isländischen Wikinger Bjarne Herlofsson knapp 500 Jahre vor Christoph Columbus eingehen. Oder den legendären Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010, welcher den Flugverkehr in halb Europa zum Erliegen brachte. Aber eigentlich möchte ich über unseren 8-tägigen Roadtrip entlang der isländischen Ringstraße berichten.

Multicopter statt Camcorder

Camcorder waren gestern – heutzutage hält man den obligatorischen Urlaubsfilm per Drohne fest! Dazu habe ich mir ein Exemplar aus dem Cyberport-Sortiment eingepackt, um die atemberaubenden Landschaften der Insel noch besser einfangen zu können. Genauer gesagt handelt es sich dabei um den DJI Phantom 3 Advanced Multicopter, für den aus meiner Sicht gleich mehrere Argumente sprachen: Leichte Bedienbarkeit und Steuerung, automatische Flugmodi wie der „Follow me-Modus“, große Reichweite und Flugzeit sowie die integrierte Full-HD-Kamera, die mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnet.

Das mitgelieferte Zubehör (Propeller und Ersatzpropeller, Akku, Fernsteuerung, Kamera und Gimbal, Kabel etc.) des Multicopters gibt sich relativ umfangreich. Dennoch habe ich mir für den Island-Roadtrip darüber hinaus einen stabilen Drohnenrucksack, zwei weitere Ersatzakkus, sowie zwei 64 GB microSD-Karten organisiert.

Bevor ich den Multicopter in Betrieb nahm, schloss ich zur Sicherheit eine einjährige Mitgliedschaft im Deutschen Modelflieger Verband e.V.  (DMFV) ab. Denn: Die normale private Haftpflichtversicherung deckt in der Regel keine Schäden ab, welche durch Drohnenabstürze verursacht werden. Mit der  Drohnenversicherung bei der DMFV ist man mit über 2 Mio. Euro Deckungssumme abgesichert.

Der erste Testflug

Selbstverständlich musste ich den Copter vor dem Abflug nach Island ausgiebig testen. Also ausgepackt, Akkus und Fernbedienung geladen, DJI Go-App auf meinem Smartphone installiert  und los geht’s. Eine große Wiese bzw. ein Feld ohne größeren Baumbestand und Stromleitungen eignet sich perfekt für die ersten Flugversuche. Da der Copter mit GPS und Gyroskop ausgestattet ist, fliegt er äußerst stabil und lässt sich extrem präzise steuern. Die Smartphone-App dient dabei als Anzeige für Kamera-Bild und Flugdaten, auch Einstellungen lassen sich hier treffen. Die automatische Rückflugfunktion ist ein schönes Feature – genutzt habe ich es dennoch selten, da man einfach zu viel Spaß damit hat, die Drohne selbst zu fliegen. Abhängig von Wind, Temperatur und Fluggeschwindigkeit, dürstet es der DJI-Drohne nach etwa 20 Minuten nach frischem Saft – dank Wechselakku ist das in zwei Minuten erledigt. Es macht einfach nur süchtig, sich im dreidimensionalen Raum zu bewegen, Runden zu drehen und die Drohne durch die Lüfte gleiten zu lassen. Schlussendlich bieten sich aus vielen Metern Höhe auch gänzlich neue Perspektiven gewohnter Motive, welche man im Livebild auf dem Smartphone verfolgen kann.

Der DJI-Copter wird per App gestartet
Der DJI-Copter wird per App gestartet
und fliegt automatisch in ca. 1 Meter Höhe
und fliegt automatisch in ca. 1 Meter Höhe
von da aus kann es dann auf Erkundungstour gehen
von da aus kann es dann auf Erkundungstour gehen

Tipps & Planung rund um den Island-Trip

Aber nun zurück zum Island-Trip. Die Planung einer so umfangreichen Reise, noch dazu mit relativ kurzer Reisezeit von acht 8 Tagen, gestaltete sich extrem schwierig. Wann ist die beste Reisezeit, was sollte man sich ansehen, wo kann man übernachten? Letztlich entschieden wir uns für die Nebensaison Ende Mai. Zwar verpassten wir dadurch eines der interessantesten Naturschauspiele, die Aurora Borealis oder auch Polarlicht genannt, welche von September bis März zu sehen ist. Dafür wurden wir jedoch durch das gute Wetter, schneefreie Straßen und weniger Touristen entschädigt.

Island ist und bleibt ein ziemlich teures Urlaubsland, nicht zuletzt nach der Finanzkrise, die das Land schwer mitgenommen hat. Unterkünfte, Mietwagen und Restaurants sind im Vergleich zu anderen europäischen Staaten vergleichsweise teuer. Um hier nicht Bankrott zu gehen, sollte man im Vorfeld günstige Unterkünfte via airbnb buchen bzw. gleich ein Zelt mitnehmen, wenn man Kälte und Regen nicht scheut. Empfehlenswert ist zudem, sich selbst zu verpflegen – der Geldbeutel wird sich freuen.

Bei der Einreise ins Land gab es mit dem Copter keine Probleme, abgesehen von einem übereifrigen Bundesbeamten in Berlin Tegel, der mich und mein High-Tech-Handgepäck einem kleinen Drogentest unterzog.

Und das war’s auch schon zum ersten Teil meines Berichtes. Noch mehr Fotos und ein Video gibt’s im zweiten Teil.

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