Tellonym: Plattform für anonyme Komplimente & Nachrichten

von Elsa Philipp

· 3 min Lesezeit

Twitter ist immer wieder ein guter Indikator für große Trends und kurzfristige Hypes. Vorletzte Woche war es wieder so weit, im deutschen Twitter-Universum kursierte etwas Neues, das große Wellen schlug und für unerwartete Freudentränen sorgte: Tellonym.

Dieser Dienst zum Senden und Empfangen anonymer Nachrichten entwickelte eine gewisse Eigendynamik und sorgte bei vielen Nutzern für ein Lächeln. Dabei bietet die Plattform nicht einmal besondere Features, doch manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die eine große Wirkung erzielen.

Tellonym schenkt Nutzern ein Lächeln
Tellonym schenkt Nutzern ein Lächeln

Schnelle Einrichtung des persönlichen Profils

Auch Tellonym beginnt mit einem Account. Hierfür benötigt ihr nur eure E-Mail-Adresse, wählt Anzeigenamen und Passwort aus und schon seid ihr dabei. Zudem habt ihr noch die Möglichkeit, euch mit Twitter oder Instagram zu verbinden, um den Login zu erleichtern. Entscheidet ihr euch für diese Option, werden eure Twitter- und Instagram-Accounts in eurem Profil verlinkt; überlegt euch daher gut, ob ihr das auch möchtet.

Im Anschluss könnt ihr noch einen einzigartigen Usernamen wählen. Dieser kann im Gegensatz zum Anzeigenamen nicht mehr geändert werden und bringt den Vorteil mit sich, dass ihr beim Teilen eures Profil-Links einen überschaubaren Namen und keine ellenlange Nummer weitergebt.

Zudem gibt es noch die Möglichkeit, die Darstellung der Seite von hell auf dunkel umzustellen, was mir sehr entgegen kommt. Mehr Einstellungen bringt die Seite nicht mit und erspart euch somit auch Profilbilder oder Selbstbeschreibungen.

Überschaubare Einstellungen für einen schnellen Start
Überschaubare Einstellungen für einen schnellen Start

Nette Worte für alle

Habt ihr euer Profil angelegt, könnt ihr euren Tellonym-Account via Profil-Link mit jedem teilen. Per Klick gelangt jeder, der Zugriff auf den Link hat, zu einer Textbox und kann euch eine Nachricht hinterlassen – ohne selbst einen Account besitzen zu müssen.

In meiner Twitter-Bubble teilten viele User ihren Tellonym-Link und es hagelte eine Welle aus Komplimenten und Nettigkeiten. Die meisten nahmen sich Zeit, ihren Followern ein paar nette Wort zu hinterlassen und ihnen mitzuteilen, was sie großartig an ihnen finden.

Für mich eine tolle Gelegenheit, um den Menschen, die ich mag, einmal zu sagen, weshalb ich sie so großartig finde. Etwas, das wohl jeder zu wenig tut und manchmal fällt es eben leichter, wenn man diese Dinge anonym loswerden kann. Und ganz gleich, ob anonym oder nicht, es tut immer gut, etwas nettes zu teilen oder zu empfangen und sorgt für ein positives Grundgefühl – auch über das Twitter-Universum hinaus.

Solltet ihr in eurem Tellonym-Account eingeloggt sein, während ihr eine Nachricht sendet, könnt ihr auch euren Usernamen mitschicken, falls ihr euch offenbaren möchtet. Doch die anonyme Option ist „per default“ eingestellt. Falls bei euch wider erwartend unangenehme Nachrichten auftauchen, könnt ihr diese natürlich auch löschen.

Versendet eure Nachrichten mit eigenem Account...
Versendet eure Nachrichten mit eigenem Account...
...oder ohne persönliches Nutzerkonto versenden.
...oder ohne persönliches Nutzerkonto versenden.
Blick auf die Inobx
Blick auf die Inobx

Eine Einladung für Trolle?

Doch neben all den positiven Nachrichten bleibt ein bitterer Beigeschmack. Eine anonyme Plattform ist immer auch eine Einladung für Trolle – ein Problem mit der selbst nicht-anonyme Dienste zu kämpfen haben.

Daher sind vor allem die User skeptisch, die bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht haben und für die bisher keine online Plattform einen Safe-Space bietet.

Passt also auf, mit wem ihre euren Tellonym-Link teilt oder verschickt ihn im Notfall nur via Direktnachricht an die Leute, denen ihr auch wirklich vertraut, damit der positive Grundgedanke nicht zerstört wird. So hat jeder die Chance auf ein paar nette Worte, die den Alltag ein bisschen versüßen – und davon kann man doch nie genug haben, oder?

Ob Tellonym nun ein kurzfristiger Hype ist oder zu einer Konstante wie ask.fm heranwächst, wird sich wohl erst mit der Zeit zeigen. Doch bis dahin genießt einfach den positiven Esprit und zögert nicht, den Menschen, die ihr mögt, genau dies zu sagen.

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